Hunderettung aus Abdeckereien

Im Zuge unserer Arbeit für Kettenhunde entwickelte sich auch unser Hunderettungsprojekt in Ungarn. Wir mussten nämlich die bittere Erfahrung machen, dass herrenlose Hunde und solche, die aus irgendeinem Grund nicht mehr erwünscht sind, in Ungarn einfach in sogenannte Abdeckereien kommen, die meist Mülldeponien oder örtlichen Tierkörperverwertungen angeschlossen sind...

Dort sitzen die Tiere in kleinen Käfigen, meist 2 Wochen lang, werden nur notdürftigst mit Futter und Wasser versorgt, mancherorts auch gar nicht, um nach Ablauf dieser Frist getötet zu werden. Wir begannen, diese todgeweihten Tiere herauszuholen und gute Plätze für sie zu suchen, was sich als sehr zeitraubendes, opfervolles und kostenintensives Unterfangen erwiesen hat. In Ungarn gute Plätze zu finden ist aber noch wesentlich schwieriger als in Österreich. Daher werden die Tiere oft notgedrungen in Tierpensionen untergebracht. Alle Hunde werden von uns tierärztlich versorgt.


Abdeckerei in Ungarn

Todeskäfige in einer Abdeckerei

Während uns Tiere mit Infektionskrankheiten wegen Ansteckungsgefahr nicht ausgefolgt werden - in leichten Fällen bezahlen wir eine Behandlung in Ungarn, in schweren Fällen eine humane Einschläferung -, übernehmen wir mitunter verletzte Tiere, deren Wunden oder Knochenbrüche verarztet werden müssen. Auch haben wir für unzählige Hunde und Katzen die Kastrationskosten getragen. Unser Ziel ist es jedoch alle von uns geretteten Hunde und Katzen zu kastrieren. Immer wieder gelangen auch nicht mehr erwünschte Katzen in die Abdeckerei von Sopron und damit letztlich in unsere Obhut. Die Tierarzt- und Tierpensionskosten sind so enorm, dass wir in ständiger Furcht leben, unser Projekt aufgeben zu müssen. Da wir das Elend in den Käfigreihen der Abdeckereien ständig vor Augen haben, die Todesangst in den Augen der Tiere, die bittenden Blicke, das verzweifelte Winseln, wenn wir hinkommen, kämpfen wir mit aller Kraft um die Weiterführung unserer Rettungsaktion und um jedes einzelne Leben.


Todeskandidat mit flehendem Ausdruck in den Augen

Befreiung aus der Todeszelle - unendliches Leid spiegelt sich in den Augen wider

Bis jetzt, 2007, konnten wir 8000 Hunde und Katzen aus den Todeslagern retten. Die geretteten Hunde wurden tierärztlich versorgt und dann an gute Plätze vermittelt. Die meisten Hunde konnten nicht sofort plaziert werden und mussten vorübergehend in Tierpensionen untergebracht werden, was uns, da wir es uns nicht leisten können, einen Schuldenberg bescherte. Wir suchen daher dringendst private kostenlose Pflegeplätze: Jeder Mensch, der einen Hund auch nur vorübergehend aufnimmt, bedeutet für ein Tier eine lebensrettende Hilfe.

Durch unsere konsequenten wöchentlichen Rettungsfahrten, die wir ebenso wie unsere gesamte sonstige Tierschutzarbeit ehrenamtlich und neben unseren Hauptberufen durchführen, und durch unsere mühevoll aufgebauten, guten Kontakte mit den ungarischen Behörden gelang es uns zu erwirken, dass die Tierkörperverwertung in Sarvar mit ihren besonders verwahrlosten Käfigen und extrem tierquälerischen Zuständen keine lebenden Tiere mehr aufnehmen darf.

Wir retten nun aus sechs westungarischen Abdeckereien regelmässig alle Hunde und zwar aus Sopron, Celldömölk, Bapa, Mosonmagyarovar, Szombathely und Györ. Da in der Deponie in Györ besonders viele Hunde sind, die unsere Kapazitäten weit übersteigen, konnten wir durch eine glückliche Fügung die deutsche Tierschützerin Marion Rebig dafür gewinnen, regelmässig viele Hunde aus dieser Abdeckerei zu retten.

Ein weiteres dringendes Anliegen ist die Bereitstellung für Hundehütten für die Abdeckerei in Szombathely, wo ca. 30 Käfige in einem finsteren nicht belüftbaren Schuppen stehen und die Hunde dort ohne Wasser und Futter qualvollst vegetieren müssen, um dann getötet zu werden. Es gibt auch aussen einige saubere Vorzeigezwinger in die wir bereits Hundehütten gestellt haben. Unsere Mitarbeiterin Andrea Burns konnte aber dem Chef dieser Institution das Versprechen abringen, uns die alten Käfige zu überlassen, wenn wir genügend Hundehütten - also mindestens 20 - kostenlos zur Verfügung stellen, so dass die Hunde dann zumindest nicht mehr so elendiglich gehalten werden. Da wir aber das Geld für so viele Hundehütten nicht haben, suchen wir speziell für die Abdeckerei in Szombathely Spender für Hundehütten!

Todeskäfig in der Abdeckerei Szombathely

Einige von animal life gespendete Zwinger