Papa
Aufgrund der Nähe unseres Tierheims zur Stadt Pápa entdeckten wir auch die dortige Tötungsstation, die sich als die schlimmste in ganz Westungarn erwies. Die Hunde vegetierten dort ohne Wasser und Futter in Kojen dahin, die Bodenflächen waren mit Exkrementen bedeckt, viele überlebten diese Qualen nicht, sondern starben einen langsamen schmerzvollen Tod. Die Überlebenden waren völlig ausgetrocknet und bis zum Skelett abgemagert. Niemandem war es erlaubt, diese Tötungsanstalt zu betreten, die beiden Wärter flössten allen Furcht ein, und nur hinter vorgehaltener Hand erfuhr man über die schrecklichen Tierquälereien, die sich dort abspielten.
Schliesslich wechselten der für die Tötungsanstalt in Papa zuständige Beamte in der Stadtverwaltung und der zuständige Tierarzt. So konnte ein Mann die Hunde aus der Hölle von Papa herausholen: Nur durch die engagierte Hilfe von Herrn Schimmer aus Celldömölk. der Zutritt zur Tötungsanstalt in Papa bekam und die Hunde aus Papa wöchentlich herausholte und kurzfristig bei sich unterbrachte, bis wir sie abholten, gelang es uns überhaupt, sie vor dem sicheren Tod zu retten.
Später reformierte sich in Papa eine Tierschutzorganisation, die sich der Streunerhunde annahm und den Kontakt zu uns suchte. Die beiden Tierschützer Orsi Ludvig und Lajos Horváth, fanden in konstruktiven Gesprächen mit dem sehr um die Problemlösung bemühten Direktor der Stadtverwaltung László Bánhidi und dem zuständigen Tierarzt Dr. Attila Lukács, der die Tötung gesunder Tiere entschieden ablehnt, einen wertvollen Konsens: sie erlangten das Zutrittsrecht zur Tötungsanstalt, die ihrer schrecklichen Vergangenheit ein Ende setzt und sich in Hinkunft an der vorbildlichen Entwicklung in Celldömölk orientieren wird.
Seither hat sich dank der oftmaligen Kontrollbesuche und Hilfe der Tierschützer in Papa und dank der positiven Einstellung von Herrn Bánhidi zum Tierschutz dort schon vieles verbessert: Die Hunde haben Wasser und Futter, die Kojen werden öfter gesäubert. Die Tierschützer erhielten sogar einen kleine Fläche neben der Tötungsanstalt zugesprochen, auf der sie Zwinger errichten dürfen, um kranke und verletzte Tiere, die bisher in der Tötungsanstalt unversorgt leiden und oft sterben mussten, notversorgen und behandeln lassen zu können. Dr. Lukács und sein Kollege Dr. Gulyas haben ihre Hilfe bei der Versorgung kranker und verletzter Tiere zugesagt. Die ersten ermutigenden Schritte sind in Pápa gemacht worden. Die Zukunft wird zeigen, ob diese positive Entwicklung anhält.
Wenn Sie, liebe Touristen, in Pápa den einzigen Fünf-Sterne-Campingplatz Europas besuchen, wo Hunde ihren eigenen Swimmingpool haben, dann bitte besuchen Sie doch auch die Tötungsstation und sehen Sie nach, ob die Haltungsbedingungen dort wirklich besser geworden sind.