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Betäubungsprojekt Libanon |
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In unserer bisherigen Tätigkeit haben wir Misstände auf Tiertransporten und bei der Schlachtung aufgedeckt, Anzeigen gemacht und in ständigem Kontakt mit Politikern und EU-Behörden Verbesserungen gefordert. Sämtliche Politikerzusagen erwiesen sich bisher als leere Versprechungen. Besonderen Handlungsbedarf sahen wir in der Tatsache, dass jährlich hunderttausende Rinder und Schafe aus dem EU-Raum unter grausamsten Bedingungen in den Nahen Osten transportiert und dort orientalischer Tradition gemäss qualvoll ohne jede Betäubung geschlachtet werden. Wegen des EU-Versagens (in Aussicht gestellte Exportverbote lebender Schlachttiere oder wenigstens der immer wieder versprochene Stopp von Exportsubventionen für lebende Schlachttiere blieben aus) beschlossen wir, selbst den gequälten Tieren aus Europa wenigstens im Rahmen unserer eigenen bescheidenen Möglichkeiten zu helfen. Nach langen mühevollen Vorbereitungen und Verhandlungen gelang es uns 1996, die Einfuhrbewilligung für 150 Betäubungsgeräte samt Munition von der libanesischen Regierung zu erlangen. Immerhin war ein Ministerratsbeschluss dafür notwendig. Wenigstens einem Teil der exportierten Tiere aus Europa kann so der grausame Schlachttod ohne vorangegangene Betäubung, wie er in vielen Zielländern der EU-Tiertransporte praktiziert wird, erspart werden.
Bei vielen Betrieben stießen wir von Anfang an auf gute Akzeptanz, bei anderen hingegen wurden wir mit Messern bedroht und vertrieben. Viel Verständnis fanden wir bei der religiösen Autorität der Sunniten am obersten sunnitischen Seriatsgericht in Saida, wo wir ein Gutachten mit Empfehlung unserer Betäubungsgeräte als mit den Vorschriften des Koran in Einklang stehend erhielten. Nach vielen Anläufen und Versuchen fanden wir zunehmend Akzeptanz.
Dieses äusserst schwierige Projekt wurde von uns als neugegründetem, kleinem und völlig mittellosem Verein als wirklich einzigartige Pionierleistung initiiert und durchgeführt und wurde ein großer und bleibender Erfolg.
Dies ist vor allem dem Umstand zu verdanken, dass die höchst kompetente Schweizer Tierschützerin Dora Hardegger sich voll in diesem Projekt engagierte und mit unerschütterlicher Konsequenz und unnachgiebiger Ausdauer die libanesischen Schlachtbetriebe besuchte und die Akzeptanz der Geräte betrieb. Sie trieb bald auch des Budget für weitere 60 Betäubungsgeräte auf, die sie in den Libanon brachte. Schon 1997 gründete sie animal life Schweiz und machte unser Projekt in Schweizer Tierschutzkreisen und auch in den Medien bekannt. Gemeinsam mit dem unermüdlich ehrenamtlich tätigen Betäubungsexperten Adolf Wölfe aus Karlsruhe, der sie auf allen Reisen begleitet hat, erzielte sie große Erfolge: Beharrlich und konsequent kontrollierte sie Betrieb für Betrieb, leistete wichtigste Überzeugungsarbeit, erzwang nach und nach Ordnung. Und aufgrund einer 25-minütigen Fernsehsendung, in der unser Betäubungsprojekt vorgestellt wurde, meldeten sich zahlreiche Interessenten unter den Fleischern und Schlächtern, die die Tiere in Hinkunft vor dem Schlachten betäuben wollen. Für die laufende Kontrolle unserer Betäubungsgeräte konnten wir eine deutsch-libanesische Tierärztin, Frau Dr. Rosemarie Jaouhari, anstellen. Ihr Sohn Nadim Jaouhari wurde von unserem Betäubungsexperten Adolf Wölfle in die Verwendung, Wartung und Reparatur der Betäubungsgeräte eingeschult. Er kontrolliert laufend den Einsatz der Geräte von animal life in den libanesischen Betrieben. Ihre kontinuierliche Arbeit brachte gute Ergebnisse, die Geräte werden regelmässig verwendet. 1998 konnten wir die Vertretung von animal life im Libanon eröffnen: eine kleine Werkstatt zur Wartung und Reparatur der Betäubungsgeräte sowie ein Büro: Animal Life Libanon
Dr.Rosemarie Jaouhari und Nadim Jaouhari bekommen für ihre Tätigkeit ein angemessenes monatliches Salär. Den Kauf großer Kontigente von Betäubungsgeräten verdanken wir u.a. dem Tierschutzverein Dresden e.V., insbesondere seiner engagierten Präsidentin Elisabeth Adam, Sabine Krüger, Leonie Wirth, sowie der Stumme Brüder Stiftung u.v.a.
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