Timmi
Dieses Foto eines glücklich im Schnee spielenden Hundes, das wir heuer für unsere Weihnachtswünsche an Sie ausgewählt haben, zeigt einen unserer vielen Geretteten: Lebensfreude strahlt aus seinen Augen, sein seidiges Fell ist rein wie der um ihn hochstiebende Schnee. Mit seinen acht Jahren ist er gesund, vital und voller Energie.
Er heisst Timmi, und als wir dieses Foto von seiner Salzburger Familie erhielten, mussten wir lange nachdenken, bis wir uns erinnerten… an die Zeit, bevor er so hiess… an ein haarloses zusammengekauertes Häuflein Elend mit unzähligen eitrigen und blutenden Pusteln am ganzen Körper, in einem Tötungskäfig der Abdeckerei in Sopron. Dass er noch lebte, verdankte er dem Umstand, dass niemand, nicht einmal der Abdecker in der Hundedeponie, ihn, den Aussätzigen unter den Hunden, anfassen wollte.
Das war vor gut sieben Jahren gewesen. Und auch nachdem wir ihn gerettet hatten, hing sein Leben lange noch an einem Faden. Denn in der Klinik stellte man schwerste Schäden fest, sehr geringe Heilungschancen und zugleich für uns unerschwinglich hohe Kosten.
Wir mussten wie immer Schulden machen, um die Behandlung bezahlen zu können, aber wir zögerten nicht und entschieden wie immer nach der Überlegung: Was würde der Hund wollen? Natürlich, er wollte leben.
Was nun folgte, war ein zäher Kampf um Timmis geschwächten, zerstörten Körper, in dessen Verlauf er begriffen haben muss, dass er, das bisher schlechter als Abfall behandelte und misshandelte Ekeltier, plötzlich im Mittelpunkt vieler Bemühungen stand, dass sein bisher wertloses, in den Schmutz getretenes Leben uns unendlich wertvoll geworden war. Man badete, fütterte, pflegte ihn, linderte seinen Schmerz, stärkte seinen Körper, gab ihm alles was er brauchte, um langsam in kleinsten Schritten genesen zu können. Anfangs liess er wie leblos alles mit sich geschehen, doch schon nach einigen Tagen begann er zaghaft zu wedeln, wenn die Pfleger seinen Quarantäneraum betraten. Nach mehrmonatigem Klinikaufenthalt war seine Haut geheilt, ein feiner Flaum von gesundem Haar bedeckte Timmis bisher kahlen Körper. Erstmals konnten wir ihn streicheln, ohne fürchten zu müssen, ihm wehzutun. Ein junges Mädchen nahm Timmi in Pflege, in ihrem Freundeskreis fand er schliesslich auch ein bleibendes Zuhause.
Und das berichtet uns Martin Signitzer, der Timmy bei sich aufgenommen, gesundgepflegt und ihm ein bleibendes Zuhause geschenkt hat:
Als Timmy vor über 8 Jahren zu mir kam, war er kurzhaarig, etwas kleiner und bei weitem nicht so selbstbewusst wie heute. Viel Zeit ist seitdem vergangen und er wurde zu diesem aufgeweckten, fröhlichen und dankbaren Partner der er jetzt für mich ist. Natürlich holt uns auch heute noch manchmal seine Vergangenheit ein, wenn er etwa Angst vor Kleiderständern oder bestimmten Menschen hat, aber mit den Jahren wurde es immer besser. Auch sein Verhalten gegenüber anderen Hunden änderte sich von einem eher scheuen und ägstlichen zu einem selbstbewussten Wesen.
Obwohl er ein Mischling sein dürfte mit seinem struppigen Fell und seinen über 30 Kilo, zeigt er doch das Verhalten und auch die Intelligenz
eines Border-Collies. Oft verblüfft er mich mit seiner schnellen Auffassungsgabe und der Menge an Befehlen die er erlernt hat.
Timmys lieblings Jahreszeit ist eindeutig der Winter und jedes Jahr steckt er mich aufs neue mit seiner Begeisterung für Schnee an.
Es wäre auf jeden Fall sehr Schade um diesen wunderbaren Charakter gewesen wenn Sie ihm nicht eine zweite Chance geboten hätten!
Herzliches Dankeschön,
Martin Signitzer