Ein herzliches Dankeschön an Frau Dr. Holzmann für ihre grosszügige Futterspende für unsere Kettenhunde!

Liebe MitarbeiterInnen von Animal Life!
Ich möchte Ihnen bei dieser Gelegenheit ein paar Fotos von Minna schicken, die ich Anfang November 2005 von Animal Life bekommen habe. Im Dezember ist sie aufgrund unglücklicher Umstände aus meiner Wohnung entlaufen, ich habe sie nach einer Woche wiedergefunden (sie rannte an einem Nachmittag von Währing nach Oberlaa und wurde dort unverletzt bei einer Tierärztin abgegeben). Animal Life hat damals bei der Suche tatkräftig mitgeholfen und mich unterstützt, wofür ich mich nochmals bedanken möchte.


Minna lebt seit Weihnachten bei meinen Eltern in Oberösterreich, wir haben einen Bauernhof auf dem Land und ich kann mit Fug und Recht sagen, dass sich Minna von einem schüchternen, ziemlich verängstigten Tier zu einem glücklichen Hund entwickelt hat, die nach menschlicher Art und Weise mit hochgezogenen Lippen lächelt wenn sie mich sieht (ich besuche sie jedes zweite Wochenende). Sie ist mittlerweile gechipt und kastriert und teilt sich das Haus mit unseren acht Katzen, mit denen sie nicht so recht was anfangen kann -ich würde sagen, sie misstraut ihnen zutiefst, weil die Katzen jeden Wettbewerb wo es ums Anstarren geht, gewinnen. Den Katzen hat der neue Hund wahrscheinlich ein paar Stossseufzer entlockt- sie sind an Hunde gewöhnt, aber nicht an solche Exemplare wie Minna, die manchmal auf die Katzen zuspringt um mit Vollbremsung abzudrehen, wenn sich diese wütend umdrehen und sie zurecht anfauchen und noch nie hat einer unserer Hunde versucht, mit den Katzen mitzuspielen und dabei natürlich jedes Katzenspiel unterbrochen, wenn sie nach Hundemanier fröhlich bellend auf die Katzen zuläuft die dann erschrocken auseinanderstieben. Ansonsten verläuft das Zusammenleben zwischen Katz und Hund friedlich, manchmal macht sich unser frechster Kater einen Spass daraus, sie ein paar Meter zu jagen, nur ihre Futterschüssel ist ihr heilig und selbst wenn sie keinen Hunger hat - die Katzen dürfen ihre Mahlzeiten nicht begutachten, da kommt der Futterneid durch, wahrscheinlich durch ihr früheres Leben bedingt.
Den Gänsen begegnet sie mit Respekt, die Enten registriert sie aber ignoriert sie und für die Hühner hätte sie gar grosses Interesse, aber sie weiss, dass sie das Federvieh nicht jagen darf. Nur unsere Hoftauben werden jedesmal zu Sport gezwungen und müssen auffliegen, wenn sie daherkommt, die scheucht sie nämlich auf und es ist nicht zu übersehen, dass sie Spass dabei hat. Die Schafe machen sie neugierig, sie hütet sich jedoch, ihnen nahe zu kommen, während sie die Kaninchen aber wirklich gerne mal aus der Nähe sehen würde - und könnten wir nicht wenigstens einmal das Drahtgitter entfernen, dass sie von den Hasen trennt? Können wir natürlich nicht.


In unserem Dorf gibt es noch ein paar andere Hunde, von denen einer manchmal zum Spielen vorbeikommt und vor dem Haus wartet. Das geht aber nur, wenn Minna Lust dazu hat, sonst muss sich ihre Hundenachbarin unverrichteter Dinge wieder trollen. Einen zweiten Hund würde sie wohl nicht zur Gesellschaft wollen, wir mussten bei zwei Gelegenheiten, als uns Verwandte mit ihren grossen, überaus freundlichen, friedlichen und wesensfesten Mixrüden besuchten, feststellen, dass sie eine furchtlose und unerschrockene Kämpferin ist, die keinen anderen Hund im Haus duldet. Hätte sie ein wenig mehr Selbstbewusstsein, so könnte sie souverän auf Besuch reagieren, aber da geht wohl ihre Unsicherheit mit ihr durch und sie demonstriert ihren Status - dass sie, Minna, die Nummer eins im Haus ist und alles, inklusive der Menschen ihr gehört und sie mit niemandem zu teilen gedenkt. Ausserhalb ihres Reviers hat sie allerdings keine Probleme im Umgang mit Hunden, sie ist sehr freundlich mit kleinen Hunden und vorsichtig bei der Annäherung an grosse Hunde.
Kinder mag sie gerne, meine Nichten und Neffen gehen auch sehr verständig mit ihr um und sie wissen, dass man einen Hund nicht bedrängen soll. Männer waren anfangs ein grosses Problem, da geiferte sie wie ein Profiwachhund, wenn ein Mann das Haus betrat (auch wenn er zur Familie zählte), dabei hatte sie gleichzeitig unüberwindbare Angst und verkroch sich am liebsten unter den Tisch, um dort wie ein Wüterich hervorzubellen. Mittlerweile hat sich das auch gebessert, sie weiss jetzt, dass ihr Männer nichts zuleide tun und bellt Besucher nicht mehr im Non-Stop Stakkato an, aber Frauen schenkt sie nach wie vor mehr Vertrauen.
Sie ist ausnehmend brav und intelligent und hat sich mittlerweile zu einem sehr schönen Hund entwickelt, ihr Fell ist lang und seidig geworden und weist alle Schattierungen auf von Kaisersemmelfarben bis fuchsrot auf. Das Alleinsein bereitet ihr noch Probleme, aber auch hier hat sie schon Fortschritte gemacht und bleibt eine halbe Stunde ruhig ohne ihre Menschen zu Hause. Wir haben keinen Zaun um den Hof, sie ist von Anfang an nicht weggelaufen und ergreift auch jetzt nie die Gelegenheit dazu. Hasen und Rehe interessieren sie sehr stark, die ersten paar Monate ist sie ihnen nachgesatzt, wenn ich mit ihr spazierenging und ich habe noch nie einen Hund gesehen, der so schnell ist. Wenn sie läuft, bleibt der Wind hinter ihr zurück und ich hatte Angst, dass sie einen Hasen niederrennt, denn ein positiver Jagderfolg wäre für uns alle ein Problem geworden. Ich habe dann mit ihr geübt, ich lebe seit 20 Jahren mit Hunden aus zweiter Hand, hatte aber noch nie einen, dessen Jagdtrieb sich derartig leicht kontrollieren liess, sie ist ein fantastischer Hund! Mittlerweile lässt sie Hasen und Rehe links liegen und selbst wenn sie mal aus Eifer und Übermut einen Hasen aufstöbert und ihm nachsetzt, genügt es zu sagen "Minna, nein" und sie hört sofort damit auf und kommt freudig wedelnd zu mir zurück, wenn ich sie rufe, wofür sie natürlich ausgiebig gelobt wird. In dieser Hinsicht kann ich mich unbedingt auf sie verlassen, sie bleibt jetzt während der Spaziergänge immer in meiner Nähe und ich denke, wir vertrauen uns gegenseitig.
Ich bin froh, dass ich sie bekommen habe und ich möchte mich nochmals bei Ihnen für die Vermittlung dieses aussergewöhnlichen Hundes bedanken.
Viele Grüsse, Dr. Maria Holzmann