Ronja
Liebes Animal life Team!
Hab gerade auf eurer Homepage die ganzen lieben Erfolgsgeschichten glücklicher Tiere gelesen und beschlossen euch auch von unserer zu erzählen. Es ist mittlerweile,ich glaub,schon 6 Jahre her als unsere damals schon sehr alte Malteserhünden plötzlich verschwunden ist. Meine Mutter hat sich daraufhin geschworen,wenn die kleine wieder auftaucht,nehmen wir einen armen Tierheimhund dazu.
Bei so einem Versprechen konnten die Götter natürlich nicht nein sagen,und prompt 2 Tage später meldeten sich Leute die sie gefunden hatten. Nun ja,jetzt kam die Frage auf,was für einen Hund und vorallem woher? Nicht zu alt,ein Weiberl und Hunde- sowie Katzenfreundlich sollte sie sein. Nach unzähligen Anrufen, in verschiedenen Tierheimen, waren wir schon sehr entmutigt. Rüden,nicht katzenfreundlich oder riesengroß.Alles, nur nicht das was wir suchten.
Beim schon recht deprimierten Durchblättern der Zeitung,stolperten wir aber über eine Anzeige: 6 Monate alte Boxermixhündin sucht bleibendes zu Hause. Kurzerhand riefen wir an und vereinbarten einen Termin. Ich muß zugeben,begeistert war ich noch nicht wirklich,ein Boxer??? Nicht grad die Rasse die ich mir vorgestellt hab... naja. Aber gesagt getan wir fuhren zu der Pflegefamilie. Diese wohnte in einer Wohnung zusammen mit 2 Hunden und einer Katze. Beim läuten ging drinnen ein großes Tohuwabohu los und es kam uns ein "Monster" entgegen.Also ich hatte noch nie ein komisches Gefühl bei einem Hund aber da war ich doch im ersten Augenblick etwas erschreckt.Ein Temperamentsbündel,gestromt,mit schwarzem Gesicht und Unterbiss,schoss auf uns zu.
Es stellte sich allerdings sehr schnell heraus, dass es sich um eine entzückende, liebe und einfach nur unsagbar quirrlige junge Dame handelte die sich riesig über Besuch freut.An diesem Tag gingen wir mit ihr spazieren um uns einfach einmal vorzustellen. Damit der Abschied nicht zu plötzlich für sie kommt,beschlossen wir in einigen Tagen wieder zu kommen und sie dann mitzunehmen.
Eigentlich wollten wir uns ja ein paar Hunde anschauen bis wir wissen welcher es wird,aber es war eh klar,dass wir es kaum schaffen werden einen Hund "abzulehnen". So kam es,dass wir kurze Zeit später mit dem Auto kamen um das neue Familienmitglied nach Hause zu holen. Nach einer wirklich spannenden Heimfahrt (sie war keine begeisterte Autofahrerin) kamen wir daheim an. Wir haben damit gerechnet,dass der arme Hund verunsichert sein und die ersten Tage heulen würde,aber absolut nicht.
Wie anstrengend es Anfangs wurde,damit haben wir nicht gerechnet. Ich durfte von der ersten Minute an,nicht mehr alleine duschen,schlafen und sogar aufs Klo ist sie mitegangen,immer eine Pfote auf meinem Fuss. Hat sie jemand an der Leine gehalten und ich ging einen Meter zurück hat sie sich fast erwürgt. So kam es,dass Privatsphäre und auch Einsamkeit zur Gänze aus meinem Leben verschwunden sind. In den Ferien ist ja alles kein Problem,aber die Schule fing wieder an und damit eine Krisenzeit für unsere Ronja Räubertochter (früher Bonny). Mit sehr viel Geduld und ununterbrochenem Üben (3 Minuten allein,dann 10 Minuten,usw) haben wir es allerdings geschafft ihr das Vertrauen zu geben,dass wir immer wieder zurückkommen und mittlerweile sind auch 2 Stunden allein sein kein Problem mehr für sie.
In der Hundeschule war sie immer der Klassenkasperl und hat mich so manchen Nerv gekostet,lustig wars aber immer(zumindest für sie). Mittlerweile beherrscht sie allerdings fast alle Befehle und folgt auch (zu mindest meistens) wirklich brav. Aus der am Anfang ziemlich verschreckten Maus,die sich bei schnellen Bewegungen zitternd auf den Boden geworfen hat,ist eine quitschfidele und selbstbewußte Hündin geworden, die uns immer viel Freude macht und ihre ziemlich üble Vergangenheit sehr gut verarbeitet hat.
Da ich nicht mehr zu Hause wohne und sie bei meiner Mutter geblieben ist,seh ich sie nicht mehr täglich aber es ist jedesmal wieder ein riesen Spass wenn sie mich besuchen kommt. Sie liebt unseren kleinen Kater Mojito ,der vor kuzem bei meinem Freun und mir eingezogen ist,heiß und innig und ist die Geduld in Person wenn er ohne Unterlass ihren Schwanz und die Füsse fängt oder ihr einfach auf den Kopf hüpft. Eine richtig liebe Mary Poppins sozusagen.
Vielen Dank,dass ihr solch lieben und bezaubernden Wesen eine zweite Chance ermöglicht und ich wünsche mir,dass noch viele,viele Hunde und Katzen,jemanden finden der ihnen die Möglichkeit gibt, ein glückliches Leben zu führen. Falls ich es je schaffe die Zeit für einen eigenen Hund aufzubringen (was hoffentlich nicht mehr all zu lang dauern wird),weiß ich auf jeden Fall woher er kommen wird.
Mit ganz lieben Grüssen und Dank
Theresa Bauer