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Celldömölk

Es geht auch so: Als wir die Tötungsanstalt von Celldömölk im Jahr 2000 entdeckten und von da an regelmässig alle Hunde auch von dort retteten, bestand sie aus 5 kleinen vergitterten Käfigen, in denen sich grössere Hunde nicht einmal aufrichten oder umdrehen konnten. Während wir aber in anderen Hundedeponien durchwegs mit grosser Brutalität und Erschwernissen zu kämpfen hatten, erwies sich der zuständige Mann in Celldömölk bald schon als sehr kooperativ und versicherte uns, wie froh er war, dass wir die Hunde retteten und sie dadurch überlebten. Er begriff, worauf es uns ankam, und entwickelte einen eigenen Ehrgeiz, auch selbst Tieren zu helfen, wo er nur konnte. Mit viel Fleiss und Eigeninitiative verwandelte Schimmer Gyözö (siehe Foto), der behördlich bestellte Hundefänger von Celldömölk, im Laufe des letzten Jahres seine Tötungsanstalt in eine vorbildliche Hundeherberge, die sich jetzt mit Hundepensionen oder Tierheimen hierzulande durchaus messen kann. In soliden überdachten Zwingern (siehe Fotos), die alle mit stabilen Hundehütten, Futter- und Trinknäpfen ausgestattet sind, finden die ausgesetzten und verstossenen Schützlinge oft bessere Bedingungen vor als sie es bisher gewohnt waren. Zweimal täglich reinigt Herr Schimmer alle Zwinger und sorgt für hygienisch einwandfreie Bedingungen. Eine einzigartige Initiative eines Abdeckers, der zum Hunderetter wurde.

Hundeherberge Celldömölk

Schimmer Gyözö: "Dass hier kein Hund mehr stirbt, ist Ehrensache "!

Wenn es die leider spärliche Freizeit des Familienvaters und hauptberuflich im Spital Angestellten erlaubt, führt er die Hunde spazieren, kranke oder verletzte Tiere bringt er zum Tierarzt, Hündinnen und Katzen zur Kastration und pflegt sie gesund. Er ist mit Recht stolz darauf, aus eigener Kraft und mit seinen eigenen Händen eine Anlage geschaffen zu haben, die nichts Vergleichbares in Ungarn hat. Freilich ist das nur möglich, weil wir wöchentlich kommen und die Hunde mitnehmen, Futter bringen und die Kosten für tierärztliche Versorgung und Operationen tragen; denn auch dort funktioniert das Projekt nur, wenn keine Platznot für die täglich neuen Notfälle entsteht. Um es uns zu erleichtern, Pflege- und Dauerplätze zu organisieren, sendet er uns per email Fotos der Hunde samt Beschreibungen zu und behält manche Hunde schon auch einmal länger als die vorgesehenen 14 Tage, wenn wir kein Glück bei der Platzsuche haben. Auch wir sind stolz auf dieses Ergebnis guter Zusammenarbeit und finden, dass dieses Beispiel in ganz Ungarn Schule machen sollte. Eine Dokumentation darüber werden wir im Laufe des Sommers der ungarischen Regierung unterbreiten, als ein neues Argument für unsere permanent gestellte Forderung nach Abschaffung der Tötungsstationen.