Papa

Aufgrund der Nähe unseres Tierheims zur Stadt Pápa entdeckten wir auch die dortige Tötungsstation, die sich als die schlimmste in ganz Westungarn erwies. Die Hunde vegetierten dort ohne Wasser und Futter in Kojen dahin, die Bodenflächen waren mit Exkrementen bedeckt, viele überlebten diese Qualen nicht, sondern starben einen langsamen schmerzvollen Tod. Die Überlebenden waren völlig ausgetrocknet und bis zum Skelett abgemagert. Niemandem war es erlaubt, diese Tötungsanstalt zu betreten, die beiden Wärter flössten allen Furcht ein, und nur hinter vorgehaltener Hand erfuhr man über die schrecklichen Tierquälereien, die sich dort abspielten.

Schliesslich wechselten der für die Tötungsanstalt in Papa zuständige Beamte in der Stadtverwaltung und der zuständige Tierarzt. So konnte ein Mann die Hunde aus der Hölle von Papa herausholen: Nur durch die engagierte Hilfe von Herrn Schimmer aus Celldömölk. der Zutritt zur Tötungsanstalt in Papa bekam und die Hunde aus Papa wöchentlich herausholte und kurzfristig bei sich unterbrachte, bis wir sie abholten, gelang es uns überhaupt, sie vor dem sicheren Tod zu retten.

Später reformierte sich in Papa eine Tierschutzorganisation, die sich der Streunerhunde annahm und den Kontakt zu uns suchte. Zwar erlangte sie das Zutrittsrecht zur Tötungsanstalt, doch die erhoffte und vonseiten der Verantwortlichen versprochene Neuorientierung an der vorbildlichen Entwicklung in Celldömölk blieb aus. Nach anfänglichen ermutigenden Ansätzen zeigte sich bald, dass sich diese Tierschützer gegen die dort herrschende Gesinnung nicht durchsetzen konnten und sich letztendlich den Behörden beugten und ihnen sogar halfen, die Missstände zu beschönigen. Unsere anfänglich an den neuen zuständigen Tierarzt geknüpften Hoffnungen wurden vollends enttäuscht. Im Herbst und Winter 2008/09 und im Frühjahr 2009 starben eine Reihe von Hunden offensichtlich an Wasser- und Futtermangel und an nicht vorhandenem Schutz gegen die Kälte, d.h. sie sind elend erfroren und verdurstet. Es waren Hunde, die wir wenige Tage später gerettet hätten.

Wir werden alles daran setzen, um in einem Gespräch mit dem Bürgermeister von Papa die Umsetzung entscheidender Verbesserungen zu verhandeln. Gaby Jacoby, die auch in anderen Tötungsanstalten entscheidende Verbesserungen erwirkt hat, wird sich auch mit aller Kraft dafür einsetzen, dass in Papa keine Hunde mehr sterben müssen.

Wenn Sie, liebe Touristen, in Pápa den einzigen Fünf-Sterne-Campingplatz Europas besuchen, wo Hunde ihren eigenen Swimmingpool haben, dann bitte besuchen Sie doch auch die Tötungsstation und sehen Sie nach, ob die Haltungsbedingungen dort wirklich besser geworden sind.